Flora-Fauna-Habitat-Gebiet

Wittensee und angrenzende Niederungen


Durch einen Vertrag mit dem Kreis Rendsburg-Eckernförde als untere Naturschutzbehörde wurde dem Verein ab 1994 das Artenschutzgebiet "westlicher Wittensee" zu Betreuung übertragen. Es wurden hauptsächlich ganzjährige Bestandszählungen an brütenden und rastenden Vögeln durchgeführt. Im Zuge einer Änderung in der Naturschutz-Gesetzgebung erfolgte im Jahr 2006 die Einrichtung eines FFH-Gebietes für den gesamten Wittensee. Der Verein bewarb sich beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume als Betreuer für dieses Gebiet erhielt 2010 den Auftrag für die wichtige Aufgabe. Seitdem kümmert sich der Verein nun um die Belange im FFH-Gebiet "Wittensee und angrenzende Niederungen" (FFH-DE-1624-392). Die Aufgaben bestehen weiterhin in der Erfassung der brütenden und rastenden Vogelarten. Außerdem werden die limnologischen und vegetationsökologischen Besonderheiten des Gebietes fachkundig begleitet und entwickelt.

Wasservogelzählung

Seit dem Winterhalbjahr 1966/67 werden an der Ostküste Schleswig-Holsteins und im angrenzenden Binnenland Zählungen der rastenden Wasservögel durchgeführt, die durch die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft für Schleswig-Holstein und Hamburg organisiert wird und in das Zählprogram der Internationalen Wasservogelzählung (International Waterbird Census) eingebettet sind. Zusätzlich zur international standardisierten Mittwinterzählung im Januar oder Februar wird bundes- und landesweit seit Beginn des Programms zusätzlich an vielen Gewässern in acht Monaten von September bis April gezählt. So auch am Wittensee. Die Erfassung der Daten im Rahmen der Wasservogelzählung findet achtmal im Winterhalbjahr statt. Die jeweilige Zählung am Wittensee wird vom Morgen bis zur Mittagszeit oder dem frühen Nachmittag durchgeführt. Mit dieser Methode wird für die Vogelarten, die sich ausschließlich auf dem See und in den unmittelbaren Uferbereichen aufhalten, der Gesamtbestand an den einzelnen Zähltagen ermittelt.

Die Anzahl der Wasservogelarten, die am Wittensee überwintern und rasten hat sich in den vergangenen Jahrzehnten positiv entwickelt. Auch die Gesamtzahl der Wasservögel, die sich an einem Zähltag auf dem Wittensee aufhalten, ist im gleichen Zeitraum auf aktuell etwa 4000 Individuen im statistischen Mittel angestiegen.  


Erhaltungsziele

nach Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie

Im Rahmen der Ausweisung des Flora-Fauna-Habitat-Gebietes "Wittensee und angrenzende Niederungen" wurden außerdem gebietsspezifische Erhaltungziele und zu schützende Lebensraumtypen festgelegt. Diese wurden im Amtsblatt für Schleswig-Holstein von 2006 bekannt gegeben. Folgende Ziele sind daraus entnommen.


Erhaltung eines natürlichen, ökologisch intakten oligo- bis mesotrophen Binnensees,

mit vollständigen Lebensgemeinschaften einschließlich der hydrologisch-ökologisch

mit dem See verbundenen Biotopkomplexe der näheren Umgebung sowie

fließgewässerbegleitenden Staudenfluren, Nasswäldern, Gebüschen oder Übergangsmooren

in den angrenzenden Talräumen von Schirnau- und Habyer Au,

jeweils mit ihren ökologischen Wechselbeziehungen

z.B. für die Fisch und Neunaugenfauna der Schirnau.


Neben den übergreifenden Erhaltungszielen sind dort Lebensraumtypen genannt, die in ihrer Qualität zu erhalten und wenn möglich zu verbessern sind. Es gilt ein Verschlechterungsverbot für diese Lebensraumtypen.

  • Oligo- bis mesotrophe kalkhaltige Gewässer mit benthischer Vegetation aus Armleuchteralgen
  • Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion
  • Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen und tonig-schluffigen Böden                                          (Molinion caeruleae)
  • Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe
  • Übergangs- und Schwingrasenmoore
  • Kalktuffquellen (Cratoneurion)